25.03.2020

Exposé schreiben

Wenn du dein Buchprojekt fertig hast und es bei einem Agenten oder Verlag vorstellen möchtest, ist das Exposé deine Visitenkarte, um dein „Baby“ anzubieten. Da ich selbst immer Schiss habe, ein vernünftiges Exposé auf die Beine zu stellen, dachte ich mir, ich teile ein paar Tipps – vielleicht bringen sie dich weiter.

Vorab: Ein Exposé ist nur eine inhaltliche Kurzfassung. Meistens haben Agenten oder Verlagsmitarbeiter aufgrund der Vielzahl an Einsendungen nicht die Zeit, direkt das ganze Manuskript zu lesen. Aus diesem Grund ist das Exposé so verdammt wichtig.

Es muss überzeugend genug sein, dass ein Lektor bereit ist, seine Zeit in DEINE Arbeit zu stecken.

1. Achte auf die Vorgaben

Jeder Verlag und jede Agentur hat eigene Anforderungen an die Werke, die er veröffentlicht. Demensprechend gibt es verschiedene Voraussetzungen. Das kann Inhaltsschwerpunkte, konkrete Form oder Längenvorgaben mit einschließen. Informiere dich genau, was gefragt ist.

2. Auf einen Blick

Bringe zentrale Informationen wie Arbeitstitel, Genre, Zielgruppe, Längenangabe auf einen Blick. So kann man schnell herausfinden, ob dein Werk in die Richtlinien des Programmes reinpassen.

3. Pitch

Manche verlangen von dir einen Pitch. Ein Satz, der deinen Roman unmittelbar fesseln sollte. Hier heißt es: in der Kürze liegt die Würze.

Mein Pitchversuch für One of Us war: Tobias stößt mit seiner Jugendliebe auf hinterhältige Machenschaften seiner Einrichtung, die ihn eigentlich schützen will.

4. Kurzfassung

Das Herzstück deines Exposés bildet die Kurzfassung deiner Handlung. Hier musst du alles niederschreiben, alle zentralen Haupthandlungspunkte, ebenso die Entwicklung. Auch sollten keine Geheimnisse offen bleiben. Es soll erkennbar sein, ob der Handlungsbogen stimmig und die Geschichte ausgewogen ist. Wichtig: Das Ende musst du verraten, sodass wirklich keine Fragen mehr bleiben.

Halte dir vor Augen, dass du damit den Lektor packen willst. Halte dich also nicht zurück – ich weiß, leichter gesagt als getan. Aus Erfahrung ist genau dieser Teil eine Hürdenarbeit. Nicht entmutigen lassen.


Falls du Probleme hast, fragt jemanden, ob er deine Kurzzusammenfassung spannend findet, ob es reizt und ob alle wichtigen Inhalte drin sind. Ich frage da gern meine Testleser. Sie wissen, was sie gelesen haben und können mir wichtige Anhaltspunkte geben. Scheu dich also nicht, zu fragen.

5. Hauptfiguren

Neben der Kurzhandlung dürfen deine zentralen Figuren nicht zu kurz kommen. Beim Lesen sollte erkennbar sein, wer deine Hauptfiguren sind und was sie antreibt. (Motivation/Entwicklung) – manche Verlage/Agenten möchten diese Angaben in einer Personenbeschreibung präsentiert bekommen. Informiere dich also, wie nach der Figurenentwicklung gefragt ist.

6. Deinen eigenen Weg finden

Ich glaube, und da spreche ich allein für mich, es gibt keinen 0-8-15 Weg, ein Exposé richtig zu schreiben. Bei jedem Werk müssen wir Erzählstimme und Handlungsschwerpunkte neu finden. Genauso ist es beim Schreiben eines Exposés. Mir hat es wenig genützt verschiedene Beispielexposés anzuschauen. Gerade weil die Anforderungen so unterschiedlich sind. Ich kann dir nur raten, auf deine eigenen Stärken zu vertrauen. Lass dich nicht verwirren und schreib einfach drauf los.